/ Januar 16, 2019

Mittwoch, 16.1.2019, Auditorium, 18:00 Uhr

Eli Cortinas (Künstlerin):
„All Voodoo Happens at Night”

Eli Cortiñas vermischt in ihren Videoarbeiten gefundenes Material – so genantes found footage – und selbst gefilmten Filmaufnahmen. Sie bedient sich dabei insbesondere sowohl Filmszenen von Filmklassikern, als auch in jüngeren Arbeiten, ethnographischem Fundus. Letzteres verwendet sie als Zeugnis einer eurozentrischen Perspektive, die es zu entlarven gilt. Cortiñas Arbeiten wohnt eine Traumlogik und Absurdität inne, die an die Filme Nicolas Provosts oder an André Bretons Werke denken lassen. Dennoch sind sie analytisch scharf und konterkarieren geschlechterpolitische Zuschreibungen, familiäre Beziehungskonflikte, bürgerliche Aufstiegsfantasien oder die Konstruktion des sogenannten ‚Anderen‘ im westlichen Imaginarium. Über das Collagieren, Schneiden und layering, ein zentrales Moment in ihrem Arbeitsprozess, findet eine hoch intensive Auseinandersetzung mit dem Material statt. Dabei geht es weniger um eine neue kinematographische Bildchoreografie oder Repräsentationslogik, sondern um den Prozess des editing, re-writing oder der Dekonstruktion und Unterbrechung von Narration, und um die Frage, inwieweit man sich das Material aneignen kann, ohne dies vollständig zu assimilieren.

Biografie
Eli Cortiñas, geboren 1979 in Las Palmas, Gran Canaria. Studium am European Film College, Dänemark und an der Kunsthochschule für Medien Köln. Gastprofessorin an der Kunsthochschule Kassel (2015-2017) und der Kunsthochschule Mainz (2015). Preise/Stipendien: u.a. Villa Masssimo, Karl Schmidt-Rottluff Stipendium, Nominierung Deutscher Kurzfilmpreis, Fundación Botín Preis, Stiftung Kunstfonds. Ausstellungen/Festivals: u. a. Centre Pompidou, Kunsthalle Budapest, Schirn Kunsthalle, Savvy Contemporary, Museum Ludwig, I Riga Biennale, III Moscow International Biennale, 58. Internationale Kurzfilmtage Oberhausen. Cortiñas lebt und arbeitet in Berlin.

Share this Post